
Problem: Chronisch hohe Zellzahlen bei der Kuh
Dauerhaft erhöhte Zellzahlen in der Milch können verschiedene Ursachen haben. Neben einem geschwächten Immunsystem kommen Faktoren wie Genetik, Fütterung, Toxine, Parasiten, Witterungseinflüsse, Stress im Stall, Verletzungen, Melktechnik, Strom, Stallmanagement und Infektionen in Betracht. Wichtig ist jedoch: Die Ursache liegt nicht zwangsläufig beim Euter selbst.
Das Kuheuter ist die größte Hautdrüse des Organismus und gleichzeitig ein empfindliches Ausscheidungsorgan. Es wird täglich mit 10.000 bis 20.000 Litern Blut durchströmt. Für die Bildung eines Liters Milch sind etwa 300–500 Liter Blut notwendig. Aufgrund dieses intensiven Stoffwechsels verfügt das Euter über ein stark ausgeprägtes Blut- und Lymphgefäßsystem. Über das Blut gelangen Eiweiße, Fette und Mineralstoffe in das Drüsengewebe. Da Blut aus dem gesamten Körper in die Milchdrüse fließt, können auch entzündliche Prozesse in anderen Organen wie Leber, Nieren oder Lunge, einen Anstieg der Zellzahlen verursachen. Zudem hat die Milchdrüse einen starken Bezug zu Uterus und Ovarien.
Dabei gilt: Das Organ, das erkrankt ist, und der Bereich, in dem die Symptome sichtbar werden, müssen nicht identisch sein.
Aus homöopathischer Sicht sind chronisch erhöhte Zellzahlen eine besondere Herausforderung, da klinische Symptome oft fehlen und lediglich der erhöhte Zellgehalt auf das Problem hinweist. Entscheidend ist deshalb, dass ursächlich erkrankte Organ zu erkennen und die homöopathische Arznei gezielt danach auszuwählen. Ziel ist es, die Heilung des betroffenen Organs anzuregen, wodurch in der Folge auch die Zellzahlen in der Milch wieder sinken können.
